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Typische Allgäuer Dorfkirche

Kirchen & Klöster

Gottesdienst beim Colomansritt
Gottesdienst beim Colomansritt
Fronleichnamsprozession
Fronleichnamsprozession

Der Glauben ist im Allgäu sehr stark verwurzelt und Land und Leute sind geprägt von der Kirche. Zahlreiche Kapellen, Gotteshäuser und Klöster dokumentieren den Wert der Kirche für den Alltag der Menschen. Wunderschöne Bauten wie die weltbekannte Wieskirche bei Steingaden oder die Rokokokirche Sankt Ulrich in Seeg fügen sich harmonisch in die herrliche Landschaft des Voralpenlandes ein.

Die Geschichte des Bistums Augsburg geht zurück bis in das Jahr 800, als in der Gegend einige Abteien gegründet wurden. Vor allem während des Barockzeitalters entstanden vielfältige Kloster- und Pfarrkirchen, die zu den schönsten Sehenswürdigkeiten des Allgäus zählen. Im 18. Jahrhundert erhielt die Region östlich von Füssen aufgrund der zahlreichen Klöster und Wallfahrtskirchen vom Raistinger Dorfpfarrer Franz Sales Gailer die Bezeichnung Pfaffenwinkel. In keiner anderen Region Deutschlands ist die Dichte an Klöstern und Kirchen so hoch wie hier. Besonders bekannt sind die Kunsthandwerker der Wessobrunner Schule, die den Stil der Stuckarbeiten in den Kirchen und Klöstern maßgeblich beeinflussten. Die Gebrüder Johann Baptist und Dominikus Zimmermann und die Künstlerfamilie Schmuzer zählen zu den wichtigsten Vertretern.

Im Füssener Land ist der Glauben mit vielen Wallfahrtsorten und Gebetsstätten allgegenwärtig. Wegkreuze, Kapellen oder Mariengrotten laden zwischendurch zum Innehalten und Besinnen ein. Eine besondere Bedeutung hat die Marienverehrung im Allgäu, so gibt es vielfältige liebevoll gestaltete und sehenswerte Mariengrotten, die einen Besuch lohnen. Besonders schön angelegt ist die Mariengrotte unterhalb der Burgruine Falkenstein.

Kalvarienberge vollziehen den Leidensweg Christi bis zu seiner Kreuzigung auf dem Berg Golgatha nach. Sehr sehenswert ist der Kalvarienberg in Füssen, der als einer der schönsten in ganz Süddeutschland gilt. Traditionell begeben sich gläubige Katholiken am Karfreitag auf den Weg zum Gipfel, auf dem im Anschluss ein großer Freiluftgottesdienst gefeiert wird. Schon König Ludwig II. soll teilgenommen haben. Auch in anderen Gemeinden gibt es sehenswerte Kalvarienberge.

Die Gipfelkreuze auf den Bergen werden häufig als Symbol des Glaubens angesehen und sind religiösen Ursprungs. Vor allem während des Dreißigjährigen Krieges errichteten die Menschen die Kreuze aus religiösen Gründen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Kreuze häufig aus Dankbarkeit für die Heimkehr aus dem Krieg und zum Gedenken an gefallene Kameraden aufgestellt.

In den Gemeinden des Allgäus wird der Glauben gelebt und so zählen die Fronleichnamsprozessionen in vielen Orten zu den Höhepunkten des Kirchenjahrs. In Füssen gehört das Sankt-Magnus-Fest, das dem Gründer des Klosters Sankt Mang zu Ehren gefeiert wird, zum Brauchtum. Bekannt ist das traditionelle Colomansfest in Schwangau mit einer großen Pferdeprozession zu Ehren des irischen Mönchs Coloman.